Geschichte des Markt Pförring
Pförring im Wandel der Zeit
Vorgeschichte
Das Pförringer Umland wird schon früh besiedelt. Die bevorzugte Lage an der Zugstrecke der Herdentiere und eine exotische Tier- und Pflanzenwelt sorgen für beste Jagdbedingungen. So lassen sich die Menschen in den verschiedenen Zeitepochen immer gerne hier nieder. Man nimmt heute an, dass unsere Urahnen schon vor über 500.000 Jahren im bayerischen Donauraum gelebt haben. Der direkte Nachweis erster Siedlungen in unserer Gegend gelang durch Funde wie Klingenwerkzeuge oder Keramikgefäße in Ettling für das fünfte Jahrtausend vor Christus.
Römerzeit
Nordwestlich von Pförring liegt auf einer Anhöhe die Biburg, unter der sich eine Wehranlage und ein Lagerdorf aus römischer Zeit verbergen. Celeusum heißt das Kastell in der tabula peutingeriana, benannt nach der keltischen Bezeichnung für den Kelsbach. In der um 120 n. Chr. errichteten Reiterkaserne sind 500 Reiter der ersten flavischen Ala stationiert, „einzeln ausgewählte, römische Bürger, zuverlässig und getreu“, wie es im Truppennamen heißt. Ihre Aufgabe ist es, die römische Nordgrenze zwischen Kösching (germanicum) und dem Donauübergang bei Eining (abusina) zu sichern. Eine schwere Aufgabe, denn nach 160 n. Chr. fallen die Markomannen ein, die in Kastell und Dorf schwere Verwüstungen anrichten. Die Alemannenkriege nach 230 n. Chr. bringen den Untergang des Kastells Celeusum.
Nachrömische Zeit
Doch die gute Lage an der römischen Kastellstraße, damals eine wichtige Fernverbindung mit Flussübergang bei Pförring, sorgt für die rasche Neubesiedlung direkt an der Donau. Ein Anlegeplatz für die Flussschifffahrt und der Donauübergang sorgen lange Zeit für überregionale Bedeutung. Unter den Agilolfingern wird Pförring vermutlich bereits im 6. Jahrhundert Hauptort des Kelsgaus, einer größeren politischen Verwaltungseinheit im neuen Herzogtum Bayern. Die erste schriftliche Nennung fällt in das Jahr 787, als Karl der Große auf dem Weg nach Regensburg mit seinem Heer Station macht.
Mittelalter
Im Jahr 1007 gehört der Ort „Pferingun im Chelsgouue“ zu den Besitzungen, die Kaiser Heinrich II. zum Unterhalt der Kanoniker an das neu gegründete Bistum Bamberg schenkt.
Nibelungensage
Nach dem Nibelungenlied (um 1200) begleiten die Burgunderfürsten Gernot und Giselher ihre Schwester Kriemhild auf dem Weg zu ihrem Bräutigam, dem Hunnenkönig Etzel, bis nach Pförring: „Unz an die Tounouwe ze Vergen si do riten“. An den geheimnisvollen Kelsquellen, „in einem schönen Brunnen“ am westlichen Ortsausgang von Ettling prophezeien die weissagenden Meerweiber („merwip“) Hadeburg und Sieglind der Sage nach den Untergang der Nibelungen.
Marktgründung im 14. Jahrhundert
Schon unter römischer Herrschaft hat das Lagerdorf um das Pförringer Kastell Celeusum eine wichtige Funktion als Marktort: Kaufleute, Bauern, Produzenten und Konsumenten tauschen Waren oder verkaufen sie gegen Geld. Im Jahr 1318 bestätigt Kaiser Ludwig der Bayer seinen Untertanen das Marktrecht.
Mit der wachsenden Mobilität verlieren sich die Märkte. Anfang der neunzehnhundertneunziger Jahre wird der Leonhardimarkt mit traditioneller Pferdesegnung wieder ins Leben gerufen. Sehr erfolgreich behauptet sich auch der wiederbelebte Georgimarkt, der am letzten Sonntag im April als großes Kinderfest gefeiert wird.
Pfarrkirche St. Leonhard
Die schon erwähnte Schenkungsurkunde Heinrichs des II. ist zugleich die früheste urkundliche Erwähnung eines Pförringer Gotteshauses. Im Jahr 1180 lassen die Bamberger Kirchenherren an Stelle der alten St. Georgs Kirche eine dreischiffige Basilika errichten, die dem heiligen Leonhard geweiht wird. 1554 zerstört ein verheerender Brand die Pfarrkirche fast vollständig, der Wiederaufbau erfolgt dann einschiffig. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wird die Kirche einige Male umgebaut und erweitert. Sie birgt noch heute kunstgeschichtliche Zeugnisse verschiedener Epochen: Apsiden und Portale stammen aus romanischer Zeit, die „steinerne Madonna“ entstand um das Jahr 1420 und die drei Barockaltäre wurden Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffen.

